Seit dem 1. Juli 2010 besteht für deutsche Bankenkunden die Möglichkeit, ihr normales Girokonto in ein sogenanntes P-Konto umzuwandeln. Dabei handelt es sich um die Möglichkeit, einen Pfändungsschutz zu integrieren, der dafür sorgt, dass maximal die Geldbeträge vom eigenen Konto gepfändet werden, die nicht den Pfändungsgrenzen unterliegen. In der Vergangenheit wurde bei einer Kontopfändung nämlich zunächst der gesamte Verfügungsrahmen gesperrt und der Inhaber konnte nur über einen juristischen Umweg auf die ihm zustehenden Mindestbeträge zugreifen, was negative Folgen für den eigenen Alltag hatte. Nachfolgend soll der Pfändungsschutz für Konten einmal genauer vorgestellt und aufgezeigt werden, welche Unterschiede dieser mit sich bringt.

Das P-Konto stellt lediglich eine Erweiterung dar

Beim Vergleich zwischen dem sogenannten Pfändungsschutzkonto und einem normalen Girokonto scheint es sich auf den ersten Blick um zwei verschiedene Modelle zu handeln, jedoch stellt das P-Konto lediglich eine Erweiterung dar, die jedem Kunden auf Anfrage gewährt werden muss. Dabei darf dieser Schritt keine höheren Kosten mit sich bringen und es gibt keinen Rechtsanspruch auf eine Rückabwicklung der Kontoumwandlung. Wer sich also für einen solchen Schritt interessiert, kann vorher einen Girokonto Vergleich durchführen und nach der Eröffnung die jeweilige Bank darum bitten, eine entsprechende Umwandlung vornehmen, so dass das Guthaben unterhalb der vorgegebenen Grenzen vor einer Pfändung geschützt ist.

Girokonto Tipp:


Es darf nur ein Pfändungsschutz-Konto pro Person geführt werden

Wer sich für einen Pfändungsschutz bei seinem Girokonto interessiert, kann diesen also problemlos umsetzen, jedoch sollte man sich vor Augen führen, dass pro Kunde nur ein solches Konto erlaubt ist. Aus diesem Grund muss man der Bank versichern, dass man nirgendwo anders diese Dienstleistung in Kauf nimmt. Darüber hinaus wird der Schutz oftmals auch nur gewährt, wenn man seine Bankgeschäfte im Guthabenbereich führt, so dass ein Dispositionskredit dann nicht zur Verfügung steht. Bisher ist nicht bekannt, ob die Einrichtung eines solchen Pfändungsschutzes einen negativen Einfluss auf die Bonität des Bankkunden hat.

Die Vor- und Nachteile genau abwägen

Wer sich für ein P-Konto entscheidet, sollte sich vorher die jeweiligen Vor- und Nachteile genau anschauen und auf Basis dieser Informationen entscheiden, ob sich ein solcher Schritt lohnt. Auf der Vorteilsseite steht ganz klar die Tatsache, dass das eigene Geld im Pfändungsfall entsprechend geschützt ist. Die Nachteile liegen vor allem darin, dass man keinen Dispokredit in Anspruch nehmen kann und darüber hinaus eventuell ein Problem bei der Bonität entsteht. Aus diesem Grund ist es ratsam, den Schutz vor allem dann zu installieren, wenn man absehen kann, dass Pfändungen eintreten können.

Es kommt immer auf den Einzelfall an

Unter dem Strich lässt sich festhalten, dass ein Pfändungsschutz-Konto in gewissen Situationen sehr viele Vorteile einbringen kann. Wer jedoch absehen kann, dass er eigentlich nicht in eine solche Situation gerät, der sollte auf diese zusätzliche Maßnahme eher verzichten, denn diese schränkt die finanzielle Flexibilität schon etwas ein und sorgt zudem dafür, dass die eigene Bonität unter Umständen leiden könnte. Darüber hinaus bieten normale Girokonten so viele Vorteile, dass man in einer finanziell komfortablen Situation lieber darauf zurückgreifen sollte, um die Möglichkeiten nutzen zu können.